Geldautomaten Spiele

ATM-Spiele

games/ automates: Die Lohnpaketschlucker Willy Kopshoff benötigt acht bis zehn min. Der Ersatzschlauch ist entleert, Kopshoff klettert mit einer Brieftasche voller Wechselgeld in seinen klapprigen DKW und bringt ihn mit Hilfe von Rotationsminze ins nächste Gasthaus. Vor die Maschine tritt er, lest die Zahlen mit seinen wendigen Blicken aus dem unscharf huschenden Nummernband der drei Drehscheiben und hält die Siegerkombination durch Drücken der weissen Bremstasten mit einer Genauigkeit von Sekundenbruchteilen an (siehe Kasten).

Kopshoffs Milchautomaten mit seiner überragenden Reaktivität am Ende des Wochenendes. Am späten Nachmittag kommt er mit einem ernsten Gesamtprofit (ca. 1000 Groschen) in seiner Brieftasche nach Haus. Sollte der Frisör in Castrop-Rauxel an diesem Tag seinen Verkaufsautomaten "Raid" einstellen müssen, wird er aber genug Geld gemacht haben, um seine dringlichsten Bedürfnisse durchzusetzen.

Er hatte nach zwei Monaten mühsamen Trainings seine Reaktionsfähigkeit so weit erhöht, dass sie nach Berechnung von Dr. Lob aus dem Spielelabor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig den erforderlichen Grenzwert zum Anhalten einer Rotaminte erreicht hatte. Kopshoff fährt fortan am Sonntagmittag und an seinen kostenlosen Dienstagsnachmittagen regelmässig mit befreundeten Personen in einem Mietauto über den Rutschnellweg nach Dortmund, Bochum, Recklinghausen. 2.

Bei einer Tournee entleerte er bis zu 20 Stück mit je 13 Markierungen im Ersatzrohr. Die Wochenschau-Reporter bieten ihm telegrafisch an, seine "Automatentätigkeit" für die amerikanischen Fernsehanstalten zu filmen: "Welche Nummern wollen Sie haben? "Mit " außergewöhnlich scharfsinnigen Augen" erläuterte er sein Können.

"Zu Kopshoffs Verwunderung bot ihm das Rotamint-Personal keine Gegenleistung an. Er durfte mit einer großzügigen Abfindung für den Verlust eines Spieltags nach Castrop zurückkehren. Bei seiner zweiten Einladung nach Braunschweig kurz vor dem Weihnachtsfest hatte Rotamint-Designer Menke bereits eine Bremse in die Maschine integriert.

"So unterschiedlich das individuelle Erscheinungsbild des "Automatschreck" am Beginn auch schien, mit der stetig zunehmenden Spielfreude entstanden neue Rotamint Künstler. Zwölf westdeutsche Spielautomatenwerke mit einer Vielzahl von immer neuen Modellen erweitern ihren Einsatz. Experten rechnen mit 40.000 installierten Automaten in Pubs, Bierhallen und Snackbars unregelmäßige Ausschläge: "Es braucht nur eine dreiviertel Stunde mehr Zeit und kostete ein paar Schnaps.

Seine Spesenabrechnung musste Kopshoff mit langen Reisen in das unerschlossene Westphalen aufladen. Blitzschlag überfälle (ins Restaurant, Verkaufsautomaten entleeren, raus) wurden missbilligt. Es genügte, ein Glas Wein oder eine Kaffeetasse zu trinken, mit dem Vermieter zu sprechen, die Maschine in den gewohnten acht bis zehn minütigen Abständen zu entleeren und dann die Ersatzröhre mit zehn bis fünfzehn bewusst verspielte Dimes wieder aufzuladen.

Eine sensationelle Neuheit in der Spielautomatengeschichte ist die Zustandsregelung. Seit siebenundvierzig Jahren arbeitet der graue Deutsch-Amerikaner William Stoob, der heute an der Abendkasse der "Reno-City"-Spielhalle auf der Großen Freiheitsstraße mit schwarzen Federn Abend für Abend mehrere hundert Pennies austauscht, als Barmann und Ausgeber.

"Im Harold's", Renos größtem Spielverein, gab es 800 Spielautomaten", sagt Stoob, "der Verein war immer offen, fünftausend Besucher bewegte sich jeden Tag auf der großen Fahrtreppe, die die Spielzimmer im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss verbindet. Der amerikanische Drei-Walzen-Automat*), heute von namhaften Verkaufsautomatenherstellern als "Inbegriff des uneingeschränkten Materialismus" bezeichnet, ist nach Ansicht des dt. Spielautomatenvolkes die Ursache für den schlechten Namen, der dem Handel der 1920er Jahre glich eine Kasse, wurde in Amerika "Ein bewaffneter Bandit", in Deutschland "Lohntütenschlucker" genannt.

Im " Topf ", einem Krug unter einem Becher, wurde ein Teil des spielerischen Gelds bis zu vierzig DM auf einen Berg mit hohem Dime gesammelt und in unregelmässigen Zeitabständen an einen Sieger übergeben. Trotz seiner niedrigen Einsatzhöhe ist das Jackpot-System so anrüchig, weil es die Teilnehmer ermutigt, weiter zu spielen, in der Erwartung, dass der Jackpot ihren Einsatz verdoppelt.

Das Spielautomatengeschäft ist in Deutschland in den 1920er Jahren in unmittelbarer geistiger Nähe des Messegeländes ohne staatliche, gewerbliche oder örtliche Polizeivorschriften entstanden. So wurde zum Beispiel der "Bajazzo", einer der älteren Automaten aus dem Jahr 1905, in einer Stadt lizenziert und in der anderen als Spielautomat konfisziert. Die Maschine ist als so genanntes Nadelstichspiel so aufgebaut, dass ein Jeton durch ein Nadelfeld in den hochgehaltenen Helm eines Narren fällt, um einen Preis zu gewinnen.

Im Dritten Weltreich wurde die Spielautomatenindustrie fast stillgelegt. Infolgedessen verliert die Spielautomatenindustrie, die mit einem jährlichen Export von neun Mio. Mark an der Weltspitze der Europaproduktion stand, ihre Stellung. Doch auch der Deutschstämmige musste die Sehnsucht am Stück aufgeben, wenn er schon zum Abendessen gefressen hatte und noch zwei Bockwürste mit Erdäpfelsalat siegte.

Mit den Jetons bezahlt der Sinnvolle seine Biergrube, statt die dritte Wurst in sich zu füllen. Wer nicht mitspielt, ist nicht gut! Dass die Spielautomatenindustrie nach Jahrzehnten des ökonomischen, rechtlichen und ordnungspolitischen Handels nun wieder für 15 Mio. DM im vergangenen Jahr und für eine Mio. DM im Export planbar ist, ist vor allem dem Gesetzgeber in Bonn zu verdanken.

Regierungsrat Dr. Heinz Rother im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezeichnet die neue Regelung als "spielgeschichtliche Entscheidung", die für das ganze Land bindend werden könnte: Die geschichtliche Verkleidung des Glücksspieles als Spiel der Geschicklichkeit ist endlich aufgehoben. Künftig muss der schnell reagierende Frisör Willy Kopshoff aus Castrop-Rauxel bei tausend "verbundenen Spielen" prinzipiell die gleiche Gewinnchance haben wie sein tollpatschiger Tischkamerad, und zwar 60:40, also nicht mehr als eine Punkte.

Zusätzlich muss das Spielgeschehen für einen Dime wenigstens fünfzehn Minuten durchhalten. Früher konnte man auf dem "Bajazzo" z.B. zwanzig Spiele pro Min. machen, heute sind es nur noch drei. "Durch ein längeres Spielen soll verhindert werden, dass der Akteur in kürzester Zeit viele Pennys verliert", erklärt Innenminister Dr. von Rosen. in diesem Zusammenhang.

Dazu kommt ein "pädagogisches Argument": "Dem Spielenden muss in diesen fünfzehn Minuten ein Gespräch angeboten werden", heißt es im Gesetzt. "Der Künstler wünscht sich, dass "er nicht mehr so sehr nach Profit strebt, sondern mehr Genugtuung in seiner verspielten Tätigkeit findet". "Statt seine Pennys in die Maschine zu legen und wütend zu werden, wenn nach drei Minuten nichts mehr herauskommt, kann der 15-sekündige Musiker zu seiner Freude unterschiedliche Tasten drückt.

Wie beim Rotamint Nachfolger "Triomint", der in diesen Tagen auf den Märkten erscheinen wird, kann er das Spielgeschehen mit einer Nummer erneut beginnen, die ihm nicht zusagt, wenn er auch keinen wirklichen Einfluss auf die Gewinnwahrscheinlichkeit hat. Für jeden Cent, den der Mitspieler in die Maschine gibt, erhält er exakt 7,5 Pfennige.

Unter der Voraussetzung, dass er lange genug mitspielt, um vom Recht der Reihe zu partizipieren, das aber erst in tausend Partien greift. Der Rotamint-Spieler "gewinnt" also durchschnittlich 7,5 Pfennige pro Partie und bezahlt nur 2,5 Pfennige Nutzungsgebühr für die Maschine, die ihm fünfzehn Minuten lang Spaß und die zusätzliche Attraktion einbringen.

Zum Erstaunen der Verkaufsautomatenverbände, die in ihren Fachmagazinen immer wieder zu kluger Moderation auffordern, wurden in den westlichen Sektoren innerhalb kurzer Zeit mehr als 40 Vergnügungsarkaden geschaffen. Doch nicht nur in den Arkaden glänzten die Maschinen in Zeilen von zwanzig, dreißig und vierzig. 2. Der " Rotomat ", ein Verkaufsschlager unter den neuen Slots. Durch seitliches Drücken des Hebels drehen sich drei Rollen mit Zahlen und stoppen nach einer Zeit von fünf, zehn und fünfzehn Minuten.

"Der eine aus Zorn, der andere aus Freude, aber jeder macht Berlin Sun"); jetzt von oben nach unten durchs Nadelöhr und, wenn es die richtige Kontaktlinse trifft, leuchten Medaillons mit Pin-up-Mädchen auf; * die "Universum"-Maschine: Wenn zwei identische Sterne am Ende des Spiels neben einander stehen, gewinnen die Mitspieler.

Die Berliner Reporter haben sich wochenlang mit Geschichten über Teenager und Spielkinder bedeckt, die angehoben werden müssen, weil sie zu wenig Geld haben. In den Arkaden klagen die Erziehungsberechtigten beim Jugendämter, dass ihre beiden Jungen und Mädchen in den Arkaden herumlungern. Kirchenkreise waren empört, weil im Neuköllner Arbeitsämter direkt neben der Passage, die die Arbeitsuchenden nach ihrer Hilfe passieren mussten, eine Vergnügungspassage eröffneten.

Zuviel zu spaet ordnete der Polizeikommissar von Berlin an, dass nicht mehr als zwei Geldautomaten an einem Platz installiert werden sollten. Die Türsteher vermischen sich mit den Boogie-Jugendlichen, den bunt bemalten Mädels, den Älteren, die nur kommen, um sich zu erwärmen, den rasierten Gestalten, den vier Fünfen, um zwei Punkte zu erringen.

Alfred Herzog setzt sich hinter die Registrierkasse, tauscht die Gelder und schaut den Spielern zu. Normalerweise reicht es aber, wenn Herzog einem Sportler auf die Schultern klopft und mit dem Finger nach hinten auf die immer offene Türe zeigt, wenn er sein Bein unter die Maschine schlägt, um ein paar Pennys zu lockern.

Land und Kommunen nutzen die Leidenschaft der Bürger für das Glücksspiel zu Steuerzwecken: Ein Gerät kostete durchschnittlich 700 DM. Die Betreiberin erwirbt es vom Hersteller oder Grosshändler, leiht es dem Vermieter (30 prozentig vom Gewinn) und bezahlt rund 150 DM pro Jahr aus dem Überschuss an Registrierungsgebühren, Installationsgebühren, Vergnügungssteuern, zuzüglich Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Gewerbeertragsteuer.

Wenn die Maschine sich selbst bezahlen soll, muss sie jede Woche rund 40 DM Überschuss in die Kassen wirft. Das heißt also rechnerisch, dass bei der vorgegebenen Profitquote von 60 pro Woche 100 DM (tausend Groschen) in die Maschine geworfen werden müssen. Hundert Mark: 7 Tage = 14,25 Marks = 142 Große pro Tag.

Bei einem Gasthof, der 14 Std. geöffnet ist, müssen die Besucher zehn Pfennige pro Std. in die Maschine geben, wenn es für den Betreiber und Vermieter rentabel sein soll. Der neue Spielautomat, schnelllebig und modisch, soll sich schnell auszahlen. In einem Jahr wird die Anziehungskraft eines Verkaufsautomaten nachlassen, und wenn der Vermieter sagt: "Nimm die Kiste von der Wand", ist es Zeit, sie in die Ortschaften zu tragen.

Geschäftskundige Wirte haben mittlerweile bedacht, dass sie die Pfennige des Betreibers selbst in die Tasche stecken können, wenn sie - was die Verkaufsautomatenverbände vermeiden wollen - sogar Automaten ab Werk einkaufen. Für den Vermieter zahlt sich dieses Unternehmen jedoch nicht immer aus, der neben dem Einkommen des Installateurs auch seine finanziellen Pflichten wie Erwerbskosten, Abgaben, Steuern, Reparaturkosten und vor allem das nicht öffentliche Anlagenrisiko zu tragen hat: Rund dreißig neue Sorten kommen jedes Jahr heraus, aber nur drei oder vier sind solche Erfolge wie die Rotation.

Lediglich das freundliche Anklicken der Pennys im Zahler ist zu hören. Wegen des Gelds, sehr wenige Besucher, bemerkt der Designer Menke auf seinen Ausflügen durch die Pubs vor den Spielautomaten: "Die Lust an einem Penny steht in keinem angemessenen Verhältnis zu dessen Material. Sie können jedoch keine psychologischen Erklärungen für die massenhafte Suggestion swirkung von Spielautomaten abgeben, ebenso wenig wie Friedrich Georg Jünger in seinen Philosophien über "Die Spiele".

Anhand von Einsichten wie " dem Spieler, den wir am wahrscheinlichsten ausfindig machen werden ", findet Jünger leicht anarchische Eigenschaften im Wesen des Menschen, der seinen Penny in die Maschine einbringt. Wenn es nur 60 prozentig ist, wird am ersten Tag sicher jemand im Spielerjargon zum Gastgeber rufen: "Hol den Hammerschlag, Boss, er wird nicht werfen.

Kompliziertes und interessantes Spiel ist nichts für den Besucher, der nach ein paar Bierchen und Spirituosen nur 3-stellige Nummern aufzeichnet. Die Kunden-Werbung für den "Elektro-Skat" lautet: "Alles ist schlicht und erprobt. Grobe Handhabung, Stanzen, Anstoßen und was andere raue Player tun - das alles stört den Elektroskate nicht, sondern macht ihn nur aus.

"willy, mach''n kasen leer" nennen die Freunde im Revier, wenn sie Willy Kopshoff vor einer Rotamint Maschine sehn. Wird ein 10 Pfennig Stück eingelegt, drehen sich die Discs; nach einer Zeit von fünf sec. halten sie an. Abhängig davon, welche Ziffern im Slot verbleiben, wird gewonnen oder verloren.

Allerdings ist das Glücksspiel nur dann verführerisch, wenn die sich drehenden Discs durch Drücken der Bremstasten beliebig angehalten werden können. Dies ist die Gelegenheit für den "Rotamint-Marder" Kopshoff, der so außergewöhnlich rasch handelt, dass er die Discs bei jeder beliebigen Anzahl aufhalten kann.

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