Kitzeln

prickeln

Tickling beschreibt den Versuch, einen Reflex in Form von unfreiwilligem Lachen, Schreien oder Zucken durch leichtes Berühren des Körpers zu erzeugen. Selbst Affen und Ratten sind kitzlig. Mittelhochdeutsch: kitzeln, Althochdeutsch: kizzil?n; aus dem Germanischen:

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Von Thrill redet man im bildlichen Sinne, wenn man von etwas besonders begeistert ist, z.B. vom Thrill eines aufregenden Thrillers. Das Kitzeln ist beinahe immer eine Art der sozialen Kommunikation. Es ist eine Eigenart des Kitzels, dass die Leute nicht darüber lächeln, wenn sie sich selbst kitzeln. Aristoteles hat bereits erkannt, dass alles, was von jemandem selbst kommt, auch wenn es eine kitzelnde Bewegung ist, keine Gefährdung bedeutet und daher vernachlässigt wird.

3 ] Charles Darwin legte die These von der Verknüpfung von Kitzeln mit gesellschaftlichen Verhältnissen vor; danach provoziert Kitzeln das Gelächter durch die Lust. 4 ] Wenn ein Unbekannter ein Baby ohne Warnung und Überraschung ankitzelt, ist die Antwort wohl eher Rückschritt oder Missfallen als Aufheitern. Auch Darwin ging davon aus, dass Kitzeln nur dann effektiv ist, wenn der exakte Stimulationspunkt nicht im Vorhinein bekannt ist, mit dem Argument, dass Selbst-Kitzeln nicht möglich ist.

Kitzeln ist auch möglich, wenn der exakte Ort vom Betreffenden erkannt, d.h. bekannt ist. Die Psychologin James Leuba beschreibt das Kitzeln als puren schützenden Reflex. Darwins Vermutung wurde von Sarah Blakemore bestätigt, indem sie die Gehirnaktivität von Menschen, die mit einem magnetischen Resonanztomographen kitzelte oder sich selbst kitzelte, misst und herausfand, dass das Zerebellum weniger selbst kitzelnd als im fremden Kitzel ist.

Mit Hilfe eines Roboterarms kitzelte er Menschen, die ebenso wirkungsvoll waren wie echte Menschen. Als die Testpersonen einen Steuerknüppel zur Steuerung des Kitzel-Roboters ansteuerten, konnten sie sich nicht zum Lächeln bringen. 2. Das Zerebellum liefert dem Sinnesrinde eine exakte Information über die Lage der Kitzelstelle und damit das zu erwartende Gefühl.

Offensichtlich sorgt ein Kortikalismechanismus für die Reduzierung oder Verdrängung des Kitzelstimulus. Die Kitzelreaktion ist auch bei vielen Tierarten bekannt. Washoe, ein Schimpanse, der die US-Zeichensprache lernte, soll den Wissenschaftlern immer wieder das Schild für "tickle me" mitgeben. Dauerhaftes Kitzeln kann für Menschen so untragbar sein, dass man es als Methode der Folter beschreiben kann.

Der Kitzelstimulus selbst wird von Lungen- und Muskulaturschmerzen begleitet, die durch Lach- und Bewegungsreize hervorgerufen werden. Das Kitzeln als Quälerei überdauerte bis ins hohe Alter und in die Zeit des Kolonialamerikas, vor allem aber zur Erniedrigung der Öffentlichkeit. Mit dem " Stick " wurde eine besondere Prangerform entwickelt, um die bloßen Füsse des Betroffenen so zu befestigen, dass die PassantInnen die Fußsohle kitzeln konnten.

Während des Dreissigjährigen Krieges haben Söldner und Plünderer vermeintlich Kitzelquälerei in Gestalt von Ziegelsteinen betrieben, um Zivilisten für Nahrung, Bargeld oder anderes Eigentum zu unterdrücken. Die Sohlen der Füße des Betroffenen wurden mit Speisesalz abgerieben, das eine Ziegenart zu lecken anfing. Nach einer langen Zeit der Folter entfernten die rauhe Feder der Ziegen und das Speisesalz nach und nach die Schale und streuten das Speisesalz auf die Narbe.

So konnte die Tortur nach eigenem Ermessen erhöht werden. Simplicius, der Romanheld, erzählt, wie ein Soldat den Elternhof angreift und seinen Papa foltert:"(S)ie band ihn, damit er weder seine Hand noch seine Füße bewegen konnte, und rieb seine Fußsohle mit feuchtem Speisesalz, das unsere Ziege wieder lecken und ihn so kitzeln musste, dass er vor Gelächter platzen konnte; dies kam so künstlerisch, dass ich um der Geselligkeit willen aus dem Herz lach.... oder weil ich es nicht besser verstanden hatte.

Da ist ein Mann auf einem Stab, wo eine Ziege ihre Füsse aufleckt. Die Grimmelshausener Szenerie ist ein Raubüberfall, während die Bildadaption eine Fortsetzung einer Strafe thematisiert, in der ein Knabe den Gefangenen, d.h. den Sträfling, mit einem Ast ärgert, während der andere sich seinerseits mit seiner Ziegenziege an der Leine die Füsse ablecken kann.

Die beiden anderen Frauen, die mit einem blasphemischen Stein und einer schändlichen Maske dargestellt sind, wurden ebenfalls vorab vorbestraft. Tickling kann auch zum Sexleben als Erotikspiel zwischen zwei Partnerinnen beizutragen. Die Kitzel des Passivpartners (englische Bondage und Kitzeln) wird oft als besonders spannend wahrgenommen.

Das aktive Kitzeln des schutzlosen Partner kann im traurigen Sinn als Erotik wahrgenommen werden. Leuba: Kitzeln und Lachen: zwei genetische Studien. Deutsches Taschenbuch Verlagshaus, München, 2000, S. 658. ý Hohenspringen Janka Arens, Markus Peick, Meike Srowig: Warum Menschen weniger lachen: 100 weitere Alltagstauglichkeit.

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